{"id":1509,"date":"2020-09-26T18:32:07","date_gmt":"2020-09-26T17:32:07","guid":{"rendered":"http:\/\/low-speed.de\/?p=1509"},"modified":"2020-11-09T18:41:00","modified_gmt":"2020-11-09T17:41:00","slug":"eindruecke-von-rumaenien","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/low-speed.de\/en\/eindruecke-von-rumaenien\/","title":{"rendered":"Eindr\u00fccke von Rum\u00e4nien"},"content":{"rendered":"<p>Rum\u00e4nien ist das erste Land, das uns wirklich ber\u00fchrt hat. Wir waren \u00fcber f\u00fcnf Wochen dort und hatten bei der Ausreise das Gef\u00fchl, Mensch wieso reisen wir eigentlich schon aus? Aber da wir noch weiter in den S\u00fcden kommen wollten fuhren wir schlie\u00dflich doch weiter.<br>Was ist es, was Rum\u00e4nien f\u00fcr uns so besonders gemacht hat?<br>Auf jeden Fall ist die Landschaft und Natur sehr sch\u00f6n und erweckt an einigen Stellen den Eindruck sich selbst \u00fcberlassen zu sein. Die Karpaten, die sich im Halbkreis durch den gr\u00f6\u00dften Teil des Landes ziehen, beitzen viel Wald und in den h\u00f6heren Regionen \u00fcberwiegend Wiesen. Wasser gibt es hier im \u00dcberfluss. Es ist eher eine wilde Natur mit wenig gro\u00dflandwirtschaftlich Nutzung. Dennoch werden die W\u00e4lder nat\u00fcrlich zur Holzgewinnung genutzt und da ist es auch egal ob es ein Nationalpark oder gar offizielles Naturschutzgebiet ist. Aber da dieser Teil des Landes von soviel Wald durchzogen ist, f\u00e4llt der Holzabbau scheinbar nicht so auf. Die Wiesenfl\u00e4chen in den Bergen werden von vielen Sch\u00e4fern und ihren Schafherden genutzt. Wenn du dich in den Bergen aufh\u00e4lst, wirst du somit zwangsl\u00e4ufig auch mit den im Schnitt 5-6 H\u00fcterhunden je Herde in Kontakt kommen. Da hilft nur versuchen ruhig zu bleiben, denn die Hunde lassen sich von den Sch\u00e4fern nicht so leicht zur\u00fcckrufen. Das ist auch ok, denn ihr Job ist es, die Schafe vor B\u00e4ren und W\u00f6lfen zu sch\u00fctzen, die in den W\u00e4ldern unterwegs sind. Und obwohl es so viele Schafe in Rum\u00e4nien gibt, geh\u00f6rt Schafs- oder Lammfleisch nicht zu dem traditionellen Speiseplan, zumindest laut Aussage derer, die wir kennengelernt haben. Uns wurde gesagt, dass wohl das meiste Schafsfleisch in die muslimisch gepr\u00e4gten L\u00e4nder exportiert wird.<br>Im S\u00fcden und vor allem im S\u00fcd-Osten des Landes ist es flacher und auch nicht mehr so saftig gr\u00fcn, wie in den Bergen. In Richtung schwarzem Meer sind die Landschaftsbilder im Sommer eher von ausgetrockneten weiten Ebenen gepr\u00e4gt, ausgenommen nat\u00fcrlich das Donaudelta im Nordosten der K\u00fcste.<br>Die Stra\u00dfen sind in ganz unterschiedlichen Zustand. Die Hauptverbindungsstra\u00dfen sind \u00fcberwiegend in neuem oder zumindest sehr gutem Zustand. Was gelegentlich etwas st\u00f6rt sind die kilometerlangen Ortschaften an diesen &#8222;gro\u00dfen&#8220; Stra\u00dfen. Dies Orte bestehen n\u00e4mlich nur aus der Hauptstra\u00dfe und oft f\u00e4ngt am Ende des einen Ortes dann auch gleich oder sp\u00e4testens nach ein paar hundert Metern schon der n\u00e4chste Ort an.  Verl\u00e4sst man diese wenigen Hauptverbindungsstra\u00dfen ist der Fahrbahnzustand h\u00e4ufig in einem schlechten Zustand, bzw gar nicht erst asphaltiert. So kam es bei unserer Route nicht selten vor, dass wir auf Schlaglochpisten und Feldwege gekommen sind, die laut unseres Navis eigentlich gr\u00f6\u00dfere Stra\u00dfen sein sollten. Aber das sucht der Offroad-Liebhaber nat\u00fcrlich ganz explizit. Mit einem kleinen Offroader kommt man in Rum\u00e4nien sicherlich auf seine Kosten. F\u00fcr Fahrzeuge unserer Gr\u00f6\u00dfe ist das &#8222;mal schnell in die Berge fahren und ein paar Pisten ausprobieren&#8220; eher ein schwieriges Unterfangen. Dennoch hatten wir auch einige sch\u00f6ne Streckenabschnitte gehabt und h\u00e4ufig \u00fcberragende Ausblicke auf abgelegenen H\u00fcgeln.<br>Die Menschen die wir in Rum\u00e4nien kennenlernen durften waren sehr nett, hilfsbereit und aufgeschlossen. Ein paar haben uns direkt auf Deutsch angesprochen und erz\u00e4hlt, dass sie viele Jahre in Deutschland gearbeitet haben. Lustigerweise waren es irgendwie immer LKW-Fahrer aus Kassel. \ud83d\ude42 Im gleichen Zug haben sie uns eine sch\u00f6ne Zeit in Rum\u00e4nien gew\u00fcnscht.<br>Bei der Fahrt durch das Land haben wir viele D\u00f6rfer gesehen, in welchen die Menschen ganz einfach leben. Hier hat jeder sein eigenes und ganz individuell gestaltetes H\u00e4uschen mit Garten. Sie bauen viel selbst an, verarbeiten es weiter und scheinen auch handwerklich sehr viel selbst zu machen. Vielleicht mag der Standard nicht dem deutschen entsprechen, aber viele H\u00e4user schauen echt toll aus. Ein Gro\u00dfteil gibt sich sehr viel M\u00fche mit der Gestaltung und Verzierung des Hauses und des Gartens. H\u00e4ufig gab es vor den H\u00e4usern auch kleine St\u00e4nde, an denen das eigens angebaute Gem\u00fcse und Obst f\u00fcr nur wenig Geld zum Verkauf angeboten wurde. Und nat\u00fcrlich haben wir dort, wenn es sich anbot, auch unseren Bedarf an frischen Tomaten, Paprika, Gurken, Zucchini, Zwiebeln, Knoblauch, Weintrauben, Melonen und Pflaumen gedeckt. Es war jedes mal aufs Neue lustig sich einander verst\u00e4ndlich zu machen. Viele hatten auch eigene Nutztierhaltung darunter manchmal einzelne Pferde, K\u00fche, Ziegen oder H\u00fchner. Die Pferde dienen dann h\u00e4ufig als Kutschenpferd und somit als allgemeines Transportmittel. So sind wir auf den kleineren Stra\u00dfen h\u00e4ufig Kutschengespannen begegnet, die Gem\u00fcse, Obst, Holz, Heu oder auch nur Menschen transportiert haben. Eine weitere sch\u00f6ne Gewohnheit die wir in den D\u00f6rfern gesehen haben, ist das Beisammensitzen von Menschen auf B\u00e4nken vor ihren H\u00e4usern. \u00dcberhaupt gibt es in Rum\u00e4nien unglaublich viele B\u00e4nke und Picknickpl\u00e4tze, die genutzt werden. Zudem gibt es viele angefangene aber nie zu Ende gebrachte Bauprojekte, die mit der Zeit verrotten. Dana und Tudor aus dem Black Sheep Camp haben uns erkl\u00e4rt, dass man in Rum\u00e4nien die Baugenehmigungen immer nur f\u00fcr ein Jahr bekommt. Wenn der Bau jedoch nach einem Jahr nicht fertig ist, muss man nochmal f\u00fcr eine Genehmigung bezahlen und die scheint nicht g\u00fcnstig zu sein. So gibt es viele, die sich das nicht leisten k\u00f6nnen oder auch wollen und das Bauvorhaben abbrechen.<br>So urspr\u00fcnglich und nah die Rum\u00e4nen zur Natur zu leben scheinen, so haben sie doch ein gro\u00dfes gegens\u00e4tzliches Problem: Der M\u00fcll. An vielen Orten vor allem im S\u00fcdosten Richtung Schwarzmeerk\u00fcste haben wir massenhaft M\u00fcll neben den Stra\u00dfen, H\u00e4usern und in den Feldern liegen sehen. Viele scheint es nicht zu k\u00fcmmern ihren M\u00fcll einfach aus dem fahrenden Auto zu schmei\u00dfen. Auch bei den Picknickpl\u00e4tzen lag fast immer der M\u00fcll lose herum.<br>Ein Punkt der uns \u00fcberrascht hat war, dass wir eigentlich bis auf einpaar vereinzelte Orte wenige Sinthi und Roma Siedlungen gesehen haben. Dass wir gr\u00f6\u00dfere St\u00e4dte gemieden haben, war dem wahrscheinlich zutr\u00e4glich. Wir haben nur wenige gesehen darunter Sibiu, Onesti, Konstanta und Cluj Napoca. Der Eindruck, dass die Armut der Menschen hier sp\u00fcrbarer war, wiederholte sich immer wieder und h\u00e4ufig wurden wir an den Superm\u00e4rkten nach Geld gefragt. Aber auf dem Land, wo jede Familie ihr H\u00e4uschen hat, empfanden wir die Leute nicht als arm, sondern eher mit einer urspr\u00fcnglichen Lebensweise und mehr N\u00e4he zur Natur. Alle freundlich, interessiert aber zur\u00fcckhaltend.<br>In Summe ist Rum\u00e4nien aufgrund der vielen unterschiedlichen Eindr\u00fccke f\u00fcr uns das bisher gr\u00f6\u00dfte Highlight unserer Reise.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-embed-youtube wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio\"><div class=\"wp-block-embed__wrapper\">\n<div class=\"video-container\"><iframe loading=\"lazy\" title=\"Strategica Rum\u00e4nien\" width=\"740\" height=\"416\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/XtbQsmLztD4?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture\" allowfullscreen><\/iframe><\/div>\n<\/div><figcaption>Hier noch unser erster Versuch ein kurzes Video zu schneiden. Es zeigt einen Teil unserer Fahrt auf der Strada Strategica im S\u00fcden der rum\u00e4nischen Kaparten auf rund 1900m. Diesen Teil der Strada Strategica w\u00fcrden wir eher als fr\u00f6hliches Schaukeln als wirkliches Offroad bezeichnen.<\/figcaption><\/figure>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Rum\u00e4nien ist das erste Land, das uns wirklich ber\u00fchrt hat. Wir waren \u00fcber f\u00fcnf Wochen dort und hatten bei der Ausreise das Gef\u00fchl, Mensch wieso reisen wir eigentlich schon aus? 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