07.05-08.05.2021 Albaniens Küste im Süden

Südlich von Saranda, am Pasqyra Strand, fanden wir einen ruhigen Stellplatz für die Nacht. Am nächsten Tag fuhren wir bis Vlora nach Norden. Es ging größere Abschnitte an der Küste entlang vorbei am Bunec und Borsh Strand, einem alten U-Boot Bunker bei Qafa Leras, durch den Ort Himara bis zum Palasa Strand. Aufgrund eines Tipps haben wir letzteren angesteuert. Dort angekommen verwarfen wir die Idee hier zu nächtigen ganz schnell. Denn wir standen auf einer großen Baustelle und der Strand war mit dem Fahrzeug auch nicht mehr zugänglich. Von einem neuen großen Hotelresort wussten wir bereits aber es wurde gerade eine weitere Straße und vermutlich auch weitere Hotels gebaut. Schade, wir sind anscheinend einige Jahre zu spät dran. Insgesamt können wir sagen dass die Strände in Albaniens Süden eigentlich sehr schön sind. An Kiesstränden findet man, genau wie auch in Griechenland, sehr klares Wassser. In Albanien haben wir allerdings keinen Strand ohne Restaurant oder mindestens eine Bruchbude oder Bauruine dahinter gefunden. Etwas verwöhnt von Griechenland war es für uns aber auch nicht mehr oberste Priorität den Traumstrand zu finden.

So kämpften wir uns den steilen Llogarasa Pass 1000 Höhenmeter zuerst hinauf, um auf der anderen Seite wieder hinunter zufahren. Aber letzteres gelang uns nicht auf Anhieb. Denn nach einem Drittel der Strecke kamen wir in einer Serpentine an einem kleinen Pritschen-LKW vorbei, der offensichtlich ein Problem hatte. Auf Nachfrage meinten sie, dass ihr Fahrzeug wohl nicht genug Leistung hat, um die Fracht weiter nach oben zu transportieren und baten um Hilfe. Wir beschlossen kurzer Hand umzudrehen. Ein Stück weiter unten soll es laut dem Fahrern eine Wendemöglichkeit geben. So sind wir losgefahren und staunten nicht schlecht, als uns eine Serpentine weiter unten eine Polizei-Eskorte mit einigen noblen Karossen entgegenkam. Wie wir später erfuhren, kam hier wohl gerade der Ministerpräsident vorbei. Gut, dass wir nicht direkt vor Ort gewendet hatten oder die Eskorte einwenig später gekommen ist, denn sonst hätten wir mit unserem LKW gleich eine Straßensperre für sie dargestellt. 🙂 Da wir nicht noch weiter runter fahren wollten, wendeten wir nach einer weiteren Serpentine auf der Straße, die um einen schmalen Schotterstreifen breiter war. Mit drei Zügen waren wir rum. Mit Abschleppgurt zogen wir dann den Pritschen-LKW die 300 Höhenmeter hinauf zur Spitze des Passes. An einer Stelle mussten wir dann noch die Gurtlänge halbieren, da der Pritschen-LKW sonst die Kurve geschnitten hätte. Oben erfuhren wir, dass ihr LKW zwar für 1,5t ausgelegt sei, sie ihn jedoch mit 2t beladen hatten. Naja und neu schien das Fahrzeug auch nicht gewesen zu sein. 😉 Auf jeden Fall waren sie glücklich, dass sie ihren Weg fortsetzen konnten und wir um eine (hoffentlich) ordentliche Portion guten Karmas reicher. 😉 Wir können nur hoffen, dass ihre Bremsen die 1000m Abfahrt auf der anderen Seite gehalten haben. Unser zweiter Anlauf den Pass hinunter zu fahren verlief ohne weitere Komplikationen. Kurze Zeit später waren wir auch schon in Vlora. Nach einem Einkaufsstopp für frische Lebensmittel fuhren wir noch ein Stück weiter nach Osten, wo wir unsere Tour abseits der Hauptstraßen am nächsten Tag beginnen wollten.

Beim Abfahren der Küstenstraße vielen uns viele teure Autos auf. Einige Sportwagen aber vor allem viele SUV. Nur die großen und neuen Modelle deutscher und englischer Hersteller. Einer der LKW-Fahrer meinte, dass anscheinend einige ihr Geld im Ausland verdienen und es hier in Albanien gerne auf diese Art zeigen. Ein starker Kontrast zu den vielen ziemlich kaputten Autos, die wir gesehen haben. Aber auch bei den alten Autos sind vor allem die Mercedes Limousinen sehr beliebt. Auch auf schlechten Feldwegen die hier als Hauptstraße in der Karte stehen fahren sie noch.

Auf dem Weg bekamen wir auch etliche kleine Ein-Mann-Bunker zu sehen, die in Albanien erst in den 70er Jahren in großer Anzahl erbaut wurden. Diktator Enver Hoxha befürchtete damals Angriffe der Nachbarländer. Ein weiterer Punkt der uns auffiel, waren die vielen Menschen auf der Straße und in den Cafés, teils mit, teils ohne Maske. Im Vergleich zu Griechenland, herrscht hier reges Leben. Ein Anblick, der gut tut, aber an den wir uns mit aller Vorsicht auch erst wieder „gewöhnen“ müssen.

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