16.09-17.09.2020 Einreise Bulgarien

Am Mittwoch gings für uns weiter in Richtung Bulgarien. In der letzten rumänischen Stadt vor der Grenze haben wir noch unsere restlichen Lei im Supermarkt ausgegeben. Danach waren wir auch schon an der Grenzstation vor der Donauüberquerung. Eine der Grenzbeamten hat uns ganz freudig zu sich gewunken und interessiert nach dem Sinn des Fahrzeugs gefragt. Lachend hat er dann unsere Dokumente entgegengenommen und geprüft. Kurze Zeit später sollten wir zum nächsten Fenster weiterfahren. Dieses erreichten wir nach einer unglaublichen Strecke von einem halben Meter. Hier saß dann der bulgarische Grenzbeamte. Es war sehr lustig und ging ziemlich schnell. Danach mussten wir noch eine Brückenmaut bezahlen, bevor wir uns um die eigentliche Straßenmaut kümmerten. Es ging ebenso lustig weiter, als wir an die Mauthütte kamen. Der Beamte musste uns ersteinmal erklären wie die Maut Abrechnung in Bulgarien funktioniert. Für Fahrzeuge über 3,5t gibt es in Bulgarien keine Vignette mehr, sondern entweder einen Routenpass oder eine Art GPS-tracker, den es allerdings dort an der Grenze nicht zu kaufen gab. Beim Routenpass gibt man eine Strecke von A nach B an, für die das Mautgeld berechnet wird. Er gilt 24h und man darf die ausgewählten Straßen auch nicht verlassen, außer sie sind mautfrei. Bei der Abfrage der Euroemissionsklasse wurde der Beamte stutzig und hat 3 mal nachgefragt, ob wir sicher Klasse 0 haben. Als wir erwähnten dass unser Fahrzeug 42 Jahre alt ist, musste er erst einmal aus dem Fenster schauen. Er hatte unseren LKW vorher anscheinend nicht gesehen. Nach mehreren erstaunten „Oh“-Ausrufen hat er uns gefragt ob er sich ihn noch einmal kurz von der Nähe anschauen kann. Also ist er kurzer Hand aus seiner Hütte gekommen und um ihn herum marschiert. Nach ein paar Bildern kam er dann zurück in seine Bude und hat uns dann unseren Routenpass bis Sofia gegeben. Da es schon Abends war sind wir nur noch ein Stück weitergefahren und haben uns dann in einer Nebenstraße an ein verlassenes Hüttchen gestellt und übernachtet.
Am nächsten Tag gings weiter nach Sofia, um den nächsten Routenpass zu besorgen. Auf dem Weg dort hin sind wir eine gut ausgebaute Landstraße gefahren, die jedoch menschenleer war. Wir haben uns schon gewundert, dass so gar niemand unterwegs zu sein scheint. Ein paar Meter weiter, nach einer Kurve sahen wir dann den Grund. Viele stehende LKWs vor uns. Einige hatten schon Tische und Stühle ausgepackt und kochten Tee. Wir erfuhren, dass sie schon seit dem Vorabend dort standen. Ein Sattelzug auf der Gegenfahrbahn war vermutlich mit den Hinterräder von der Fahrbahn abgekommen und hat sich dann quer über die komplette Straße gelegt. Dem Fahrer war glücklicherweise nichts großes passiert. Als wir da waren fingen sie gerade an seine Ladung in einen anderen LKW zu verfrachten. Das würde noch einige Zeit dauern. Da wir durch den Routenpass Strecken- und zeitabhängig waren haben wir nach einer Umfahrung gesucht. Neben der Straße war ein Maisfeld und Acker. Als wir einen Jeep darüber haben fahren sehen, stand unser Entschluss fest. So haben wir die Unfallstelle durch eine kleine Offroadfahrt umgangen.
In Sofia angekommen ging die Suche nach einer Tankstelle los. Nach dem dritten Versuch hatten wir endlich eine gefunden, die einen BG-Toll-Automaten hatte. Die Stadtbesichtigung ließen wir aus aktuellem Anlass ausfallen und fuhren stattdessen weiter zum Rila Gebirge.

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